Am Fachbereich Germanistik

… dreht sich alles um deutsche Sprache, Literatur und Kultur von den Anfängen im Frühmittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart.

Verschiedene Studiengänge bieten eine breite literatur- und sprachwissenschaftliche Ausbildung und erlauben individuelle Spezialisierungen: Neben dem Bachelor- und Masterstudium der Germanistik und dem Lehramtsstudium für das Unterrichtsfach Deutsch können Studierende das Masterstudium Literatur- und Kulturwissenschaft oder Sprachwissenschaft wählen, das in Kooperation mit anderen Fachbereichen komparatistische Schwerpunktsetzungen ermöglicht.

Wer sich noch intensiver mit deutscher Sprache und Literatur beschäftigen möchte, kann ein germanistisches Doktoratsstudium der Philosophie anschließen.

Studieren in Salzburg

Das sehr gute Betreuungsverhältnis in den Lehrveranstaltungen und die modernen Arbeitsräume am Unipark Nonntal mit seiner einladenden Bibliothek sind ideale Voraussetzungen für einen lebendigen Austausch zwischen Studierenden und Forschenden am Fachbereich und damit für ein erfolgreiches und spannendes Studium.

In den Pausen bieten die weitläufige Dachterrasse und eine Grünanlage direkt vor dem Unipark vielfältige Möglichkeiten zu Erholung und Gesprächen.

Durch die zentrale Lage und die Vernetzung des Fachbereichs Germanistik mit den Institutionen des literarischen, kulturellen und wissenschaftlichen Lebens gibt es vielfach Gelegenheiten, das Studium durch den Besuch von Lesungen, Vorträgen, Ausstellungen und Workshops zu ergänzen und das bunte Film-, Musik- und Theaterprogramm in der Stadt zu nutzen.

Linguistik

Erst die Sprache macht uns Menschen zu Menschen. Sie ist unser tägliches Brot und der Kitt unseres komplexen sozialen Gefüges. Mit Sprache drücken wir Emotionen, Gefühle und Gedankengänge aus. Sprache vereint und Sprache entzweit. Sprache ist vielfältig und vielseitig.

Wie genau die deutsche Sprache funktioniert und wie sie sich verändert, damit beschäftigt sich die Germanistische Sprachwissenschaft. Dabei sind folgende Fragen zentral: Wie ist die Gegenwartssprache strukturiert? Wo sind ihre Wurzeln und wie wandelt sie sich? Warum gibt es so viele verschiedene Dialekte und Sprechweisen? Warum kann Sprache verletzen und warum kann sie uns helfen unsere Interessen durchzusetzen? Wie müssen wir Computer programmieren, damit wir mit ihnen sprechen können? Warum heißt es, dass die deutsche Sprache so schwer zu lernen ist? Obwohl wir Sprache tagtäglich verwenden und schon seit über hundert Jahren untersuchen, haben wir erst einen Bruchteil ihrer komplexen Funktionsweise verstanden. Eines ist aber sicher: Sprache ist ein mächtiges Werkzeug, das uns sowohl hilft, den kommunikativen Alltag zu bewältigen, als auch komplexe Gedankengänge zu formulieren.

Fachdidaktik

Als Lehrer*in steht man vor der herausfordernden Aufgabe, unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebenswelten, eine Bewusstheit für Sprache und das Schreiben der Schüler*innen zu fördern.

Für das Lesen zu begeistern, über Literatur zu kommunizieren und Texte zu interpretieren, die kreative Auseinandersetzung mit Sprache und Literatur anzuregen, sind weitere Aufgabenbereiche des Deutschunterrichts.

Der Fokus liegt darüber hinaus auf dem eigenen Medienkonsum und der Hinführung zu einem reflektierten und kompetenten Medienumgang. All diese Bereiche werden stets von der Frage eines altersgerechten Unterrichts begleitet und in Bezug auf die Vielfältigkeit einer Klasse und jedes Einzelnen gestellt.

Deutsch als Fremd- & Zweitsprache

„Wer nie Deutsch gelernt hat, macht sich keinen Begriff, wie verwirrend diese Sprache ist.“ (Mark Twain)

Ist Deutsch wirklich so schwierig zu lernen? Mit der Frage, wie Deutsch als weitere Sprache gelernt und gelehrt wird und wie Verlauf und Endresultat unter verschiedenen Bedingungen erklärt werden können, beschäftigt sich der Bereich Deutsch als Fremd- (DaF) und Zweitsprache (DaZ). Wie lernen Kinder, wie Jugendliche und wie Erwachsene Deutsch? Wie kann ich Deutschlernenden vermitteln, dass in Österreich neben der Standardsprache unterschiedliche Dialekte gesprochen werden? Im Mittelpunkt stehen nicht nur grundlegende Überlegungen zu Spracherwerb und Sprachbildung, sondern auch konkrete didaktische Möglichkeiten.

Im Rahmen eines abwechslungsreichen Lehrveranstaltungsangebots und durch optionale Projektmitarbeit können sich Studierende dem Arbeitsfeld DaF/DaZ in Salzburg praxis- und forschungsbezogen annähern.

Ältere deutsche Literatur

Dass das Mittelalter eine schillernde Epoche ist, zeigt die Vielfalt der literarischen Zeugnisse. So trifft man zwischen Pergamentseiten auf wahnsinnig gewordene Ritter, rivalisierende Frauen, die den Untergang ganzer Herrschergeschlechter besiegeln, und einen eifersüchtigen Ehemann, der seiner Frau das Herz ihres Geliebten zu essen gibt.

Das Deutsch des Mittelalters, das Althochdeutsche und das spätere Mittelhochdeutsche, sind ältere Sprachformen, die man im Studium kennenlernt, um Dichtung im Original zu lesen. Wie literarische Zeugnisse verfasst, ob sie laut oder leise gelesen wurden, ob sie in prachtvollen Handschriften überliefert oder unscheinbar sind, spielt dabei ebenfalls eine Rolle.

Neuere deutsche Literatur

Das Teilfach Neuere deutsche Literatur beschäftigt sich mit der deutschsprachigen Literatur von der Neuzeit (ab ca. 1500) bis heute – von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen bis Elfriede Jelinek, von Martin Luther bis Terézia Mora. Dabei haben besonders die Erforschung zeitgenössischer österreichischer Literatur und von Autoren mit Salzburg-Bezug (wie Thomas Bernhard, Stefan Zweig oder Georg Trakl) eine lange Tradition.

Die Lehrveranstaltungen sind so vielfältig wie das Thema: Egal, ob es um schreibende Frauen in der Romantik, das Drama im 18. Jahrhundert oder das Verhältnis von Literatur und Gesellschaft geht; ob Kriminalromane, Literaturverfilmungen oder Reimtechnik auf dem Programm stehen: Wir vermitteln fundiertes literaturgeschichtliches Wissen und literaturtheoretische Zugänge auf der Höhe der Zeit.