Über PRGermanistik

Der Autor hat bisher keine Details angegeben.
Bisher hat PRGermanistik, 23 Blog Beiträge geschrieben.

Ausatmungen – Veranstaltungsreihe anlässlich des 50. Todestages von Nelly Sachs

2021-10-25T13:58:06+02:00
28.10.2021 | 20:00
29.10.2021 | 17:00
Theater im KunstQuartier | Paris-Lodron-Straße 2a | 5020 Salzburg

Idee: Michaela Schwarzbauer und Alexander Drčar

Basierend auf Texten der Dichterin und Nobelpreisträgerin Nelly Sachs entstanden drei Kompositionen in Zusammenarbeit von drei Studierenden und drei Komponist*innen, die auf Texten von Nelly Sachs basieren und am 28. und 29. Oktober 2021 im Rahmen des Crossroads-Festivals aufgeführt werden.

„Choreographie der Leichtigkeit“ von Evelyn Innerbichler und Seungyon Kim
„Im Geheimnis“ von Vera Eßl und Jean-Baptiste Marchand
„Salz ist mein Erbe“ von Franz Jäger und Raimonda Ziukaite

Mit Studierenden der Departments für Gesang, Orchester- und Chormanagement, Schauspiel/Regie/Applied Theatre – Thomas Bernhard Institut, Bühnen- und Kostümgestaltung, Film- und Ausstellungsarchitektur, Studierenden der PLUS Universität Salzburg und dem œnm . œsterreichisches ensemble für neue musik.

Nähere Informationen zum Crossroads-Festival unter: www.crossroads.moz.ac.at

Eine Kooperation des Instituts für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Mozarteum Salzburg und des Fachbereichs Germanistik der Paris Lodron Universität Salzburg

Wissenschaftliches Begleitprogramm:
29. Oktober 2021, 12.00 bis 14.30 Uhr
Theater im KunstQuartier, Paris-Lodron-Straße 2a, 5020 Salzburg

Chiara Conterno (Bologna): „Der Schofar und die Klänge der kommenden Zeiten in der Lyrik von Nelly Sachs”
Daniel Pedersen (Stockholm): “Performing femininity in Nelly Sachs᾿ Poetry”

„Nelly Sachs und die künstlerischen Praktiken: zwischen Text, Musik und Theater“
Clemens Peck (Universität Salzburg) im Gespräch mit Vera Eßl, Evelyn Innerbichler und Franz Jäger, Librettist*innen der drei Kammeropern Choreographie der Leichtigkeit, Im Geheimnis, Salz ist mein Erbe

Schüler*innen der 6. Klasse des ART-ORGs St. Ursula präsentieren ihre Auseinandersetzungen in Bild und Fotografie mit Gedichten von Nelly Sachs. Michaela Schwarzbauer (Universität Mozarteum Salzburg) im Gespräch mit der Lehrenden Natalie Cortiel

Eintritt frei!
Ausatmungen – Veranstaltungsreihe anlässlich des 50. Todestages von Nelly Sachs2021-10-25T13:58:06+02:00

Aufprall. BudeMunkWieland

2021-10-14T09:13:16+02:00

Heinz Bude und Karin Wieland präsentieren ihr Romanprojekt „Aufprall“ (Hanser 2020) und diskutieren im Anschluss daran über das Ineinandergreifen von Autobiografie und Autofiktion im Kontext ihrer künstlerisch-wissenschaftlichen Praxisformen.

Es sind nicht isolierte Ereignisse, keine Einzelphänomene, sondern nebeneinander laufende, miteinander verwobene Transformationsprozesse, die Epochenschwellen auf den Weg bringen. Das neu formierte Autorinnen- und Künstlerinnenkollektiv nähert sich solchen Praxen des Übergangs konkret am Beispiel von Berlin vor dem Mauerfall an. In diesem Roman entfaltet sich dadurch ein „Gefühl der Welt“ (Bude) von damals, das stellenweise überraschende Parallelen zur Gegenwart aufzeigt.
In einer Selbstauskunft heißt es dazu, dass sich auf elementare Weise etwas änderte im Gesellschaftsgefüge: „Die Geschlechter, die Herkünfte, die Wahrnehmungen, die Gefühle, das Denken und die Kunst waren in einen anderen Zustand gekommen.“

Konzept: Werner Michler, Raffael Hiden

Mittwoch, 20. Oktober 2021, 19-21h // Edmundsburg, Europasaal, Mönchsberg 2, Salzburg // https://w-k.sbg.ac.at/figurationen-des-uebergangs/

Der Eintritt ist frei. Für die Teilnahme ist ein gültiger 3G-Nachweis erforderlich. Die Veranstaltung ist auf 60 Personen beschränkt. Um verbindliche Anmeldung an  Silvia.Amberger@plus.ac.at wird gebeten.

Aufprall. BudeMunkWieland2021-10-14T09:13:16+02:00

Präsentation der Literaturzeitschrift SALZ

2021-10-14T08:51:17+02:00

Präsentation der Literaturzeitschrift SALZ

Am 14. Oktober werden um 17 Uhr die zwei neuen Ausgaben der Literaturzeitschrift SALZ im Literaturhaus Salzburg präsentiert. Heft Nr. 184 – „Show. Lyrik 2021“ – versammelt vielfältige Positionen aus der zeitgenössischen Dichtung und wird von den Lyrikerinnen Verena Stauffer und Franziska Füchsl vorgestellt. Heft Nr. 185 hat Thomas Assinger – wissenschaftlicher Mitarbeiter für NdL bei uns am Fachbereich – kuratiert. Er wird es im Gespräch mit Leander Fischer, einem ganz großen Newcomer der deutschsprachigen Gegenwartliteratur („Die Forelle“, 2020) vorstellen. Das Thema lautet: „Dinge aus Märchen“. Vom Spieglein an der Wand, über das Tischlein deck dich bis zum „Wahnsinnsding“ in Leander Fischers Erzählung „Die Sorge der Hauptmieterin“ ist für alle etwas dabei. Abschließend wird der Autor seinen Text lesen.

© Wallstein Verlag/Gregor Pirgie Kreta, 2020

Präsentation der Literaturzeitschrift SALZ2021-10-14T08:51:17+02:00

Isabella Heinrici

2021-09-29T16:27:04+02:00

Ein Studienjahr in Japan – trotz COVID-19-Pandemie!?

Isabella Heinrici hatte sich ihr Auslandsjahr eigentlich anders vorgestellt und würde viel dafür geben, Melange und Mozartkugeln gegen Sencha und Sushi zu tauschen. Denn statt durch die Straßen von Tokio in den Hörsaal zu eilen, belegt die 22-jährige Innviertlerin Kurse online in Salzburg.

Du studierst seit gut einem halben Jahr im Rahmen des Study Abroad Programms an der Gakushuin Universität in Tokio Germanistik. Wir sitzen aber gerade in einem Kaffeehaus im Andräviertel in Salzburg. Wie kommt’s?

Das kommt so, dass aufgrund der Corona-Pandemie Japans Regierung wiederholt den Notstand über den Großraum Tokio erlassen hat. Ausländer*innen ist deshalb die Einreise verboten. Das gilt auch für Austauschstudierende, weshalb ich mein Auslandsstudium derzeit im Fernstudium betreibe.

Hast du Hoffnung, im Wintersemester noch nach Japan zu kommen?

Das Semester hat am 13. September begonnen und geht bis Ende Dezember. Momentan habe ich noch ein kleines bisschen Hoffnung. Der aktuelle Notstand gilt bis 30. September und die Infektionszahlen in Tokio sind rückläufig. Wenn ich Glück habe, wird der Notstand nicht verlängert und ich kann schon bald die Reise antreten.

Wir drücken die Daumen! Wie läuft dein Germanistikstudium in Japan von Salzburg aus denn bislang?

Von der Alltagsorganisation her ist das Online-Studium durch die Zeitverschiebung eher mühsam. Ich lebe in Salzburg nach japanischer Zeit. Lehrveranstaltungen besuche ich zwischen zwei Uhr in der Früh und dem späten Vormittag. Ich bereue aber trotzdem nicht, es durchgezogen zu haben, auch im Fernstudium. –

Das Studium in Tokio bietet mir verhältnismäßig wenige Kurse aus der Germanistik. Ein Großteil des Angebots ist in japanischer Sprache oder dem Spracherwerb gewidmet. Deshalb weiche ich einerseits auf das Angebot des Fachbereichs für englische Literatur aus, wo ich beispielsweise einen Kurs über irische Geschichte im Film belege; andererseits besuche ich Kurse der Sozial- und Politikwissenschaften. Damit kann ich in Salzburg meine freien Wahlfächer abdecken. An der Germanistik bin ich in einem spannenden Seminar zu Kafkas Erzählungen. Das läuft ähnlich ab wie bei uns ein Proseminar. Die Gruppe ist eher klein, weil die Studierenden natürlich ausreichende Sprachkenntnisse mitbringen müssen. Wir halten Referate, am Ende gibt es dann ein mündliches Abschlussgespräch statt einer Proseminararbeit.

Isabella Heinrici_Interviewbild

Isabella Heinricis liebste Art der Fortbewegung in Salzburg ist:

…zu Fuß ist total ok. Der Salzach entlang, dem Kai entlang. Man kommt so sehr gut zurecht, wenn man in der Nähe des Zentrums lebt. Die Öffis sind leider relativ teuer, auch für Studierende, aber die braucht man eigentlich gar nicht.

Ihr Lieblingsort in Salzburg:

…mein Lieblingsort in der Stadt ist ein koreanisches Restaurant in einem Durchgang in der Getreidegasse. Es ist sehr, sehr klein; vielleicht 5 m2 und ein bisschen schäbig. Das Essen ist günstig und gut und erinnert an südostasiatische Straßenküche. Es ist aber kein Ort zum Lesen, nur zum Essen. Am besten: Bibimbap.

Danke, dass du trotz der Zeitverschiebung, nach der du lebst, Zeit für ein Interview mitten am Nachmittag gefunden hast. Zu Kafka: Hast du eine Lieblingserzählung dieses Autors?

Ja. Die Verwandlung. Ich interessiere mich auch deshalb dafür, Kafka im japanischen Kontext zu diskutieren, weil er bei uns so bekannt ist. Ich finde es spannend, wie er im japanischen Bereich rezipiert wird. Wie zum Beispiel lässt sich Die Verwandlung ins Japanische übersetzen und welche Herausforderungen gibt es dabei? Für Gregor verwendet Kafka Wörter wie „Ungeziefer“ oder „Insekt“. Diese Wörter haben im Japanischen keine Entsprechung, weil es sie als Überbegriffe nicht gibt. Es gibt Käfer oder giftige Insekten, ungiftige auch. Aber kein „Insekt“ im Allgemeinen. Eine Übersetzung von 2015 verwendet im japanischen Text das deutsche Wort „Ungeziefer“. In einem der drei japanischen Schriftsysteme kann man Fremdwörter aus anderen Sprachen eins zu eins übertragen und etwa ein deutsches Wort auf Japanisch schreiben. Die Übersetzerin Yoko Tawada hat das so gelöst.

Warum hast du dich für Japan entschieden?

Viele Leute sind überrascht, wenn ich sage, dass ich Germanistik in Japan studiere. Die Germanistik ist aber ein internationales Fach. Für mich war es ein Anreiz, das Studium der deutschen Sprache und Literatur aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Außerdem lerne ich Japanisch. Ich wollte meine Sprachkenntnisse vertiefen. Natürlich geht das in Japan ganz anders als in Österreich. Durch das derzeitige Fernstudium ist die Situation für mich nicht ideal, es ist nicht so einfach, Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Aber wer weiß, vielleicht kriege ich noch einen Flieger. Über das Studium hinaus wollte ich mich persönlich weiterbilden und meinen Horizont erweitern, indem ich in einen ganz anderen Kulturkreis eintauche. Es war mir wichtig, ein Land zu wählen, das sich von Österreich deutlich unterscheidet und weiter weg ist. Es ist gar nicht so leicht, für längere Zeit nach Japan zu gelangen; als Studentin ist es leichter ein Visum für längere Zeit zu bekommen.

Tätigkeit als Tutorin

Im Wintersemester 2020/21 hast du als Tutorin für die Einführung in die Literaturwissenschaft gearbeitet. Was ist ein Tutorium und was waren deine Aufgaben?

Ein Tutorium ist ein Kurs, der begleitend zu einer Lehrveranstaltung angeboten wird. Dort vermitteln Studierende aus höheren Semestern den Lehrveranstaltungsteilnehmer*innen Inhalte und Kompetenzen, die in der LV behandelt werden. Die Teilnehmer*innen haben auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Gelerntes noch einmal zu üben und gemeinsam auszuprobieren. Die Studierenden sind dabei unter sich, was ein anderes und ungezwungeneres Lernklima ermöglicht. Es ist ganz unkompliziert Fragen zu stellen und gemeinsam zu diskutieren. Meine Aufgabe war es entsprechend, die Inhalte der Lehrveranstaltung zu wiederholen, mit den Teilnehmer*innen anzuwenden und auf ihre Fragen einzugehen.

Es war das zweite Semester während der Corona-Pandemie. Gab es dadurch besondere Herausforderungen?

Beim Tutorium eigentlich nicht. Der Online-Modus war sogar praktisch, weil man flexibler ist. Die Studierenden waren in ganz Österreich und anderswo verteilt. Sie mussten nicht an die Universität kommen und wir konnten uns in der Videokonferenz treffen. Das einzige Problem war zunächst, dass es keine Tafel gab. Gerade beim Üben der Metrik und der Kennzeichnung von betonten und unbetonten Silben war das eine Herausforderung. Ich habe aber ein Zeichenpad zu Hause für das Zeichnen von Comics. Damit konnte ich in vorbereitete PDF-Dateien hineinzeichnen und das direkt auf Webex übertragen. Das hat dann gut funktioniert.

Sprachenlernen, Berufswahl und Romane lesen

Warum studierst du Germanistik?

Es ist vielleicht banal, aber Deutsch war mein Lieblingsfach in der Schule und ich lese gerne. Deshalb interessiert mich die Literaturwissenschaft am meisten. Besonders auch die Mediävistik, weil ich ein Fan mittelhochdeutscher Literatur bin. Ich lerne gerne Sprachen, mochte auch den Lateinunterricht in der Schule und so hat sich mir ein ganz neues Feld der Literatur erschlossen. Ein anderer Grund für die Germanistik ist, dass man nicht auf einen spezifischen Beruf hin studiert. Man kann danach verschiedene Dinge machen, ist in der Berufswahl flexibel und frei in seinen Tätigkeiten. Auch in Bezug auf Japan ist das für mich interessant, weil es zum Beispiel die Möglichkeit gibt, Deutsch als Fremdsprache zu vermitteln. Ich würde gerne im Kulturbereich oder im Feld der Geisteswissenschaften arbeiten, habe aber keinen Beruf, von dem ich sage: das muss es sein. Die Germanistik bietet mir verhältnismäßig viele Möglichkeiten, mich zu bilden.

Du liest gerne. Was?

Alles Mögliche. Für die tägliche Lektüre am liebsten Erzählliteratur. Christoph Ransmayr. Haruki Murakami.

Was würdest du uns vom japanischen Autor Haruki Murakami zur ersten Lektüre empfehlen?

Ich habe nichts von ihm gelesen, was mir nicht gefallen hat. Aber ich würde Naokos Lächeln oder Die Ermordung des Commendatore empfehlen.

Isabella Heinrici2021-09-29T16:27:04+02:00

Amok

2021-09-17T10:40:31+02:00

Ein multimedialer Film-Abend mit Klemens Renoldner (Rezitation) und Gerhard Pirklbauer (Klavier).

Die Novelle Der Amokläufer aus dem Jahre 1922 zählt zu Stefan Zweigs bekanntesten und auch international erfolgreichsten Novellen. 1927 erschien der sowjetische Stummfilm Amoki/Amok, zakon i dolg.

Die Hauptrolle spielt die Georgierin Nato Vachnadze, die als erster georgisch-sowjetischer Filmstar gefeiert wurde und auf die Darstellung leidenschaftlicher junger Frauen spezialisiert war.

29. September 2021, 20.00 Uhr
Schloss Goldegg, Hofmark 1, 5622 Goldegg

Kartenreservierung unter +43 6415 82340

Weitere Infos

Amok2021-09-17T10:40:31+02:00

Dante – Soirée zum 700. Todestag, 14. September 2021

2021-09-09T12:28:38+02:00

Dante – Soirée zum 700. Todestag, 14. September 20212021-09-09T12:28:38+02:00

Buchpräsentation: Jaroslav Rudiš, Nicolas Mahler – Nachtgestalten

2021-08-18T10:38:07+02:00

Eine Nacht, eine Stadt und zwei Freunde, die wissen, dass es nichts Größeres gibt als die Wahrheit des Moments, in dem die Kneipe schließt. Von Bier zu Bier und von Geschichte zu Geschichte treibend erzählen zwei Nachtgestalten scharfsinnig und mit subversivem Witz von der Tragik der Liebe, dem Wahnsinn des Lebens sowie den Spuren der Geschichte, die nie ganz verschwindet. Die schräge Graphic Novel „Nachtgestalten“ von Jaroslav Rudiš und Nicolas Mahler bringt zwei Erkenntnisse: „Ein letztes Bier geht immer noch. Und wenn auch das aus sein sollte, wenn also schon alles egal ist, bleibt einem wenigstens noch ein letzter Spruch: ‚Darauf pinkeln die Eulen‘.“ (Salzburger Nachrichten)

© Leonard Hilzensauer

Jaroslav Rudiš, geboren 1972, ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker. Er verfasste mehrere Theaterstücke und hat gemeinsam mit dem Rocksänger, Band-Kollegen und Zeichner Jaromír Švejdík die Comicfigur Alois Nebel entworfen. Er erhielt u.a. den Preis der Literaturhäuser (2018). 2019 erschien sein erster in deutscher Sprache geschriebener Roman „Winterbergs letzte Reise“ (Luchterhand Verlag). Jaroslav Rudiš lebt in Berlin und Lomnice nad Popelkou im Böhmischen Paradies.

Nicolas Mahler, geboren 1969, lebt als Comic-Zeichner und Illustrator in Wien. Seine Comics und Illustrationen erscheinen u.a. in „Die Zeit“, NZZ am Sonntag, FAZ und in der „Titanic“. Er wurde u.a. 2010 mit dem Max-und Moritz-Preis als „Bester deutschsprachiger Comic-Künstler“ und 2015 mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet. Zuletzt erschienen seine Comic-Interpretation „Ulysses“ (2020) und „Thomas Bernhard: Die unkorrekte Biografie“ (2021) im Suhrkamp Verlag. www.mahlermuseum.com

Di 04. Mai 2021, 19:30 Uhr, Literaturhaus – ONLINE!

Eintritt frei, Anmeldung erforderlich – Zoomlink wird nach Anmeldung zugeschickt

Reservierung: leselampe@literaturhaus-salzburg.at

Moderation: Christa Gürtler, Clemens Peck

Mitveranstalter: Stefan Zweig Zentrum, Fachbereich Germanistik, Universität Salzburg

https://www.leselampe-salz.at/veranstaltung/jaroslav-rudis-nicolas-mahler/

Buchpräsentation: Jaroslav Rudiš, Nicolas Mahler – Nachtgestalten2021-08-18T10:38:07+02:00

12. Salzburger Stefan Zweig Poetikvorlesung: Jaroslav Rudiš – Zwischenwelten

2021-04-30T14:41:50+02:00

12. SALZBURGER STEFAN ZWEIG POETIKVORLESUNG: JAROSLAV RUDIŠ – ZWISCHENWELTEN

Bahnhöfe, Züge und Speisewagen. Brücken, Tunnel und Landschaften. Gasthäuser, Brauereien und Museen. Schlachtfelder, Friedhöfe und
Trauerhallen. Ein Grandhotel. Eine Sauna. Eine Sprengstofffabrik. Hier überall treffen sich die Helden in den Romanen, Theaterstücken, Drehbüchern oder Graphic Novels von Jaroslav Rudiš und erzählen sich Geschichten. In seinen drei Salzburger Stefan Zweig Poetikvorlesungen nimmt uns der Autor mit auf eine Reise in Zwischenwelten, wo sich die Wege Unbekannter, aber auch Altbekannter kreuzen.

Diese Reise führt uns auch durch die Geschichte Mitteleuropas, die in seinem Werk eine zentrale Rolle spielt. Die erste Vorlesungsreise führt „Richtung Prag, Liberec und Berlin“ aus der Kleinstadt Lomnice nad Popelkou im Böhmischen Paradies. Es geht um Fahrten und Metropolen, aber auch um ein Hotel in Liberec. Die zweite Reise führt ins vergessene „Altvatergebirge“. Der Fahrdienstleiter Alois Nebel, melancholischer Held der gleichnamigen Graphic Novel, sieht im Nebel die verschwundenen Erinnerungen der geschichtsträchtigen Region wieder. Die dritte Vorlesung führt „Richtung Böhmisches Paradies“, nach Jičín, in die Geburtsstadt von Karl
Kraus. Von hier aus ist es nicht mehr weit nach Hradec Králové, Königgrätz, zum Schlachtfeld von 1866.

VORLESUNGSTERMINE

Richtung Prag, Liberec und Berlin
MONTAG, 3. MAI 2021
17.15 Uhr

Altvatergebirge
MITTWOCH, 5. MAI 2021
17.15 Uhr

Richtung Böhmisches Paradies
DONNERSTAG, 6. MAI 2021
17.15 Uhr

KONVERSATORIEN

MITTWOCH, 5. MAI 2021
13 bis 15 Uhr

FREITAG, 7. MAI 2021
10 bis 13.30 Uhr
Termine Online nur für Studierende

Kontakt:
Fachbereich Germanistik, Universität Salzburg
UNIPARK Nonntal, Erzabt-Klotz-Str. 1
Dr. Christa Gürtler | christa.guertler@sbg.ac.at
Assoz. Prof. Dr. Clemens Peck | clemens.peck@sbg.ac.at
3. BIS 7. MAI 2021

12. Salzburger Stefan Zweig Poetikvorlesung: Jaroslav Rudiš – Zwischenwelten2021-04-30T14:41:50+02:00

Maria Öller

2021-04-13T10:44:31+02:00

Im Ausland unterrichten

Maria Öller ist Lektorin im Rahmen des Lektoratsprogramms des Österreichischen Austauschdiensts (OeAD). An der schottischen University of St Andrews unterrichtet sie sowohl deutsche Sprache, als auch Literatur und Landeskunde, was im Moment nur online möglich ist. Im Gespräch erzählt sie von der abwechslungsreichen Aufgabe, ‚Österreich‘ an einer ausländischen Universität zu repräsentieren.

Du bist Lektorin an der University of St Andrews. Kannst du ein paar Episoden aus deinem Arbeitsalltag berichten, die besonders lustig und herausfordernd waren?

In einer für mich amüsanten Stunde übten die Studierenden Streitgespräche. Diese Aufgabe stellte sie vor eine große Herausforderung, denn viele waren viel zu höflich, um sich miteinander zu streiten. In einer Fremdsprache streiten oder diskutieren zu können, muss auch gelernt sein.

Eine weitere Situation, die mir in positiver Erinnerung geblieben ist, war die Organisation des Literaturwettbewerbs writeAUT, der jedes Jahr von den Lektor*innen in Großbritannien und Irland durchgeführt wird. Studierende können hier Texte zu einem vorgegebenen Thema verfassen und einreichen. Als Lektorin biete ich während des Schreibprozesses Unterstützung an und es war für mich selbst sehr schön zu erleben, wie die Studierenden abseits des „Pflichtprogrammes“ im Unterricht sprachlich kreativ werden.

Warum hast du dich für dieses Programm beworben?

Ich habe während des Studiums schon Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und dieser Bereich hat mir immer Spaß gemacht. Nach einem Unterrichtspraktikum in Finnland, das ich ebenfalls über den Österreichischen Austauschdienst absolvierte, wurde ich dann auf das Lektoratsprogramm aufmerksam. Mir gefiel die Gelegenheit, nochmal eine Zeit im Ausland zu leben und zu arbeiten, und ich fand die Rolle als Lektorin spannend, da ich hier für viele Studierende Österreich repräsentiere. Das regt mich auch selbst an, mich mit meinem eigenen Bild vom Land auseinanderzusetzen und zu reflektieren, was ich meinen Lernenden weitergebe.

Nach der schriftlichen Bewerbung werden alle zu einem Gespräch eingeladen. Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Der OeAD gibt im Vorfeld des Gespräches einen groben Ablauf bekannt, was die Vorbereitung auf das Gespräch sehr erleichtert. Neben Fragen zur eigenen Studien- und Berufserfahrung sollte man über die Bildungssysteme und Hochschullandschaften in den angestrebten Zielländern informiert sein und wissen, mit welchen Partnerinstitutionen in Österreich oder im Gastland man später bei Projekten zusammenarbeiten könnte. Außerdem habe ich mich im Vorfeld mit für mich interessanten Themen für den Unterricht und deren Umsetzung auseinandergesetzt.

Stolperst du manchmal über Sprachkonstruktionen des Deutschen, die dich selber verwundern?

Ja, das kommt eigentlich ganz oft vor und ist ein Grund dafür, warum der Unterricht auch für mich spannend bleibt. Durch die Fragen von Studierenden gewinne ich immer wieder neue Einblicke in die deutsche Sprache. Manchmal habe ich dann im ersten Moment selbst keine ausreichende Erklärung bereit und muss mich genauer mit den sprachlichen Konstruktionen auseinandersetzen. Ein Themenbereich, der sehr oft angesprochen wird, sind Modalpartikel (wie z.B.doch im Satz „Geh doch in die Bibliothek!“). Sie fallen den Studierenden sehr früh auf, da sie im mündlichen Sprachgebrauch vergleichsweise oft auftreten. Ihre Bedeutung zu erklären stellt mich jedes Mal wieder vor eine Herausforderung, lädt aber auch zu spannenden Sprachvergleichen ein.

Um als Lektor*in an eine ausländische Universität zu gehen, muss man vorab ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren durchlaufen, wie sieht das aus?

Das Verfahren beginnt mit einer umfassenden schriftlichen Bewerbung, die man über das Online-Portal des OeAD einreichen muss. Man verfasst ein Motivationsschreiben, reicht zwei Empfehlungsschreiben ein und beschreibt Ideen zur eigenen Unterrichtstätigkeit, Forschung und Weiterbildung. Alle Bewerber*innen nehmen dann an einem Vorauswahlgespräch vor einer Kommission in Wien teil. Absolviert man diesen Teil der Bewerbung erfolgreich, kann man sich im Anschluss auf ausgeschriebene Stellen an bis zu drei Universitäten bewerben. Die Auswahl der Lektor*innen erfolgt dann durch die Universitäten selbst.

Maria Öller2021-04-13T10:44:31+02:00

Gattungen

2021-01-04T10:50:14+01:00

Werner Michler und Paul Keckeis über ihren neuen Band zu Gattungstheorie

… und darüber, was das Schnabeltier mit dem Epos und Netflix mit Literatur zu tun hat

Viele von uns haben in der Schule gelernt, dass es drei Gattungen gibt: Lyrik, Epik, Dramatik. Ist das wirklich alles?

„Das kommt darauf an“, wäre eigentlich schon die ganze Antwort … Lyrik, Epik und Dramatik sind alte, traditionsreiche Gattungsnamen, die bis heute als Oberbegriffe für die literarischen Gattungen verwendet werden. Wenn man genauer hinsieht, gibt es diese Dreierformel „Lyrik-Epik-Dramatik“ gar nicht so lange, sie wird erst um 1800 herum formuliert. Aber es gibt für die Gattungen eigentlich keine überhistorische, logische Beschreibungssprache; Gattungen sind keine Erfindung der Theorie, sondern gehören zum künstlerischen Voraussetzungssystem: Wie lang soll der Text werden, den eine Autorin schreibt, was ist das Thema, welches Publikum soll angesprochen werden, in welche Tradition soll sich der Text einreihen usw. Man kann also für bestimmte künstlerische Situationen Gattungsnamen finden; und wenn die Situationen selbst ganz neu sind, muss man auch einen neuen Namen für sie finden. So entstehen auch immer wieder neue Gattungen; und zwar nicht nur in der Literatur, sondern auch in der Musik oder im Fernsehen, auf Netflix usw.

Ihr beide forscht seit vielen Jahren zu Themen rund um die Gattung und habt heuer, 2020, in der Reihe Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft einen Band zur Gattungstheorie veröffentlicht. Was enthält der Band, und nach welchen Kriterien erfolgte eure Auswahl?

Es gibt viele Themen, die in der internationalen Gattungsdiskussion eine zentrale Rolle spielen, im deutschsprachigen Raum aber oft nur am Rand wahrgenommen werden. Wir haben unseren Band deshalb als einen Beitrag zur Internationalisierung der deutschsprachigen Gattungsdiskussion konzipiert; mit einer Ausnahme – der Text von Peter Szondi stellt einen Zusammenhang mit der deutschen Romantik her, eine etwas unvermutete Basis für die dekonstruktivistischen Ansätze in der Gattungstheorie – enthält der Band deshalb ausschließlich Beiträge aus der internationalen, insbesondere französischen und angloamerikanischen Diskussion. Die Texte, die wir ausgewählt haben, nehmen immer wieder selbst aufeinander Bezug und dokumentieren zwei Phasen (um 1980 und nach 2000), die für die neuere Gattungsdiskussion besonders prägend sind. Es war uns außerdem wichtig, nicht nur literaturwissenschaftliche Perspektiven miteinzubeziehen, sondern auch Beiträge aus der Sprachwissenschaft, der historischen Kulturwissenschaft bis hin zu den television studies zu integrieren.

Bücher schreiben bzw. zusammenstellen ist oft ein mühsamer Prozess: meistens ist man mit dem Vorwort mindestens 6 Monate im Rückstand, und auf den Fahnen stehen plötzlich Tippfehler, die man unmöglich übersehen haben kann. Aber was war euer schönster Moment in der Arbeit am Band?

Es gab eigentlich viele schöne Momente, die schönsten beim gemeinsamen Übersetzen. Wir haben sieben Texte aus dem Englischen bzw. Amerikanischen selbst übersetzt, d.h. wir haben diese Texte Wort für Wort und Satz für Satz durchgearbeitet. Dabei kann man nicht nur sehr viel lernen, es ist eben auch besonders schön, gemeinsam an Texten zu arbeiten.

In der Biologie gibt es die – wenig appetitlich klingende – Gattung der Kloakentiere, der neben den Ameisenigeln auch das Schnabeltier angehört. Als eierlegendes Säugetier mit namensgebendem Schnabel und Biberschwanz ist es zwar eigenartig, aber auch ganz schön faszinierend. Was ist denn euer persönliches Schnabeltier unter den literarischen Gattungen?

Werner: Gut, dass du das Schnabeltier nennst – das seine eigene Schönheit hat und ja nur Menschen eigenartig vorkommt. (Was sagen die Schnabeltiere eigentlich über uns? Das wollen wir gar nicht hören.) Für Darwin war das Schnabeltier ein lebendes Fossil, aus der Zeit der Evolution gefallen. Ich mag literarische Gattungen, die nicht zeitgemäß sind, ‚nicht mehr passen‘, mit denen ‚es vorbei ist‘ und die trotzdem noch da sind, mühsam, lästig, ein wenig lächerlich, unpassend, aber ihr eigenes unzeitgemäßes Potenzial bewahrend. Das Versepos zum Beispiel, ‚anachronistisch‘ seit vielen Jahrhunderten (wie vielen eigentlich?). Aber hat nicht der karibische Dichter Derek Walcott vor allem für Omeros 1992 den Nobelpreis erhalten? Und hat nicht ein Versepos 2020 den Deutschen Buchpreis gewonnen – Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber, über die französische Résistancekämpferin Anne Beaumanoir?

Paul: Das „Tagebüchelige“; das ist eine Gattung, die Robert Walser erfunden hat; es ist nicht wirklich ein Tagebuch, man muss es zB nicht datieren, aber es funktioniert ganz ähnlich; man kann im „Tagebücheligen“ über sich selbst nachdenken, aber das Entscheidende ist, dass man sich unbedingt über sich selbst lustig machen muss.

Werner MichlerUniv.-Prof. Dr.
Werner Michler ist Professor für neuere deutsche Literatur am Fachbereich Germanistik der PLUS, Teil der Fachbereichsleitung, Studiengangsleiter des Unterrichtsfachs Deutsch im Cluster Mitte (Salzburg/Oberösterreich) und, gemeinsam mit Hildegard Fraueneder, Leiter des Programmbereichs „Figurationen des Übergangs“ am interuniversitären Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Theorie und Geschichte der literarischen Gattungen, Literatur und Naturwissenschaft, Geschichte und Theorie der literarischen Übersetzung, deutschsprachige, insb. österreichische Literatur des 18.-21. Jahrhunderts und literarische Bildung.

Paul KeckeisMag. Dr.
Paul Keckeis ist Postdoc-Assistent am Institut für Germanistik der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Von 2013-2017 war er Universitätsassistent am Fachbereich Germanistik der PLUS. Für seine Dissertation ‚Robert Walsers Gattungen‘ erhielt er den Wendelin Schmidt-Dengler-Preis, den Jubiläumspreis des Böhlau Verlages und den Innsbrucker Literaturpreis. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Literatur der klassischen Moderne, deutschsprachige Lyrik, insb. des 19. Jahrhunderts, DDR-Literatur, Gattungstheorie und Geschichte der marxistischen Ästhetik. Derzeit arbeitet er an seinem Habilitationsprojekt zur (insb. österreichischen) Lyrik zwischen 1830 und 1860.

Gattungen2021-01-04T10:50:14+01:00
Nach oben